2015-01 OM-08 Wahiba Sands

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Mittwoch, 21.01.2015
In Sur füllen wir unsere Vorräte auf und fahren Richtung Sayq, wo wir uns mit Laila und Ralf in einem Wadi treffen wollen. Die beiden kennen wir nur vom Hörensagen, aber wir wurden neugierig, als uns Ali und Kosty von den beiden erzählt haben. Sie haben fast die gleichen Berufe wie wir. Laila aus Holland ist ebenfalls Grafik-Designerin und Ralf vom Bodensee ist Schreiner und Holztechniker. Kurzerhand haben wir per Mail Kontakt aufgenommen, und sie haben Lust uns zu treffen. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: In Holland haben sich die beiden eine Hütte auf Rädern renoviert, die ihnen ab dem Sommer für eine Weile als Basislager dienen soll. Ralf ist bereits seit 2008 auf Reisen, fünf Jahre lang fuhr er durch Afrika. Laila besuchte ihn regelmäßig und begleitete ihn auf längeren Abschnitten.

Abends am Lagerfeuer werden wir unserem Vegetarierethos untreu und essen von dem leckeren Thunfisch, den die beiden mitgebracht haben._MG_5247

Hartelijk dank an Laila Ontwerpt für die folgenden Bilder.
Mehr Fotos gibt es wohl bei facebook unter dem Suchbegriff: yelloworldadventure

Donnerstag, 22.01.2015 – Freitag, 23.01.2015
Das Wadi liegt sehr schön inmitten der grünlich schimmernden Berge. Wir entspannen uns wunderbar, waschen Wäsche und gehen zum Schwimmen. Ralf erzählt uns viele spannende Geschichten von seiner Reise. Wir bekommen richtig Lust, nach Afrika zu fahren.

Das absolute Highlight dieser Tage ist die selbstgemachte Pizza, die wir im Faltbackofen von Laila und Ralf machen. So ein Teil brauchen wir auch unbedingt. Den Backofen von Coleman kann man einfach auf die Flamme des Gasherdes stellen, und los geht’s. Danach kann man ihn wieder zu einem flachen Paket zusammenlegen. Genial!_MG_5276

Samstag, 24.01.2015
Schlagartig ändert sich die Landschaft, und vor uns liegt eine ausgedehnte Sandwüste, die Wahiba Sands. Wir lassen die Luft aus unseren Reifen, um besser durch das weiche Gelände fahren zu können. Dromedare werden an Pick-Ups an der Leine geführt. Turbanträger pflügen mit ihren getunten Autos durch den gelben Sand.

Wir halten bei einer hohen Sanddüne. Hier düsen junge Männer wie Wahnsinnige mit Vollgas auf eine circa 50 Meter hohe Düne zu. Nur die wenigsten schaffen es bis ganz nach oben, denn die letzten paar Meter muss man fast eine Steigung von 90 Grad bewältigen. Fast noch grusliger sieht es aus, wenn sie rückwärts wieder den steilen Hang hinab rutschen. Heppo bittet einen Jeepfahrer, mitfahren zu dürfen. Mit Karacho geht es den Sandberg hinauf und wieder hinunter. Danach dürfen Ralf und ich bei Khalid einsteigen. Ich habe kaum Zeit mich zu fürchten, sehe uns nur auf die Mauer aus Sand zu rasen, Staub wirbelt, der Motor heult … und schon sind wir oben. Ich habe – glaube ich – wie ein Schulmädchen geschrien. Danach schlägt mein Herz ein bisschen schneller, und Adrenalin pumpt durch meinen Körper. Ich  grinse.

_MG_5319Sonntag, 25.01.2015
Ein paar Kilometer weiter finden wir einen ruhigen Platz inmitten der rotgelben Dünen. Der Sand ist so heiß, dass wir uns die nackten Füße fast verbrennen. Wir lechzen nach Schatten. Zwischen unseren Fahrzeugen spannen wir zwei Sonnensegel, die laut im Wind flattern. Wir bewegen uns erst wieder bei Sonnenuntergang aus unserem Unterschlupf und knipsen eifrig Bilder von der fotogenen Wüstenlandschaft mit ihren scharfen Kontrasten.

Kaum ist die Sonne verschwunden, weht ein kalter und unangenehmer Wind über das Land. An ein Lagerfeuer ist heute nicht zu denken, und so sitzen wir bei einem vegetarischen Chilli con Sojacarne noch bei uns im LKW.

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Montag, 26.01.2015
Laila und Ralf fahren weiter; wir bleiben zurück.

Komisches Gefühl inmitten der Wüste zu sitzen – allein. Aber wir mögen die Wüste ziemlich gerne. Es ist so still hier. Komplett lautlos haben sich vier Dromedare angenähert, die uns nun skeptisch betrachten. Am Himmel zeichnen sich ein paar luftig-weiße Wölkchen ab. Krächzend nähert sich ein Krähenschwarm und kreist über unseren Köpfen. Ein paar ganz verwegene Exemplare lassen sich auf den Rücken der Dromedare nieder. In der Ferne wirbelt eine Sandhose schwarzen Staub auf. Ein Sandfisch (ein kleines, glattschuppiges Echsenwesen) verschwindet im Gelb. Ich fühle mich ein bisschen wie in einem Gemälde von Salvador Dali -  gehe eben mal nachsehen, ob die Dromedare in die Höcker eingelassene Schubläden haben…

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Weiter lesen: Ibra & Nizwa
Und das war vorher: Ras el Hadd & Ras el Jinz

2 Gedanken zu „2015-01 OM-08 Wahiba Sands

  1. Klaus und Sabine Gäng

    Hallo Berit und Heppo,
    wir sind von euren Berichten total fasziniert
    und hoffen das es uns auch irgendwann mal möglich ist
    so toll zu Reisen…
    wie ihr grad unterwegs seit!
    Unser Rundhauber steckt noch in der Sanierungsphase…
    aber inspiriert von euren Erlebnissen geht die Arbeit gleich schneller von den Händen!
    Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß :o)
    und vielleicht kreuzen sich ja unsere Wege mal..
    viele Grüße aus dem kalten Süden Deutschlands
    die Gängs (Klaus, Sabine, Katrin und Lisa)

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