MA – Müll, Müll, Müll

Blechbüchse am Strand in Frankreich

Blechbüchse am Strand in Frankreich

Der Atlantik in Frankreich: Am Strand liegt alles voller Müll. Noch ist keine Saison, die Strände sind nicht aufgeräumt. Abfall wohin man blickt. Plastikbecher, Netze, Kanister, Blechdosen, Schuhe… Und was sind eigentlich diese schwarzen Brocken, die ein bisschen wie Felsen aussehen? Beim Dagegentreten zerfallen diese in krümelige Teile – untypisch für einen Stein. Der Sand ist von schwarzen Schlieren durchsetzt.  Nicht besonders einladend. Wer lässt hier guten Gewissens seine Kinder Sandburgen bauen? Und wer hat hier noch Lust sich am Strand zu sonnen und sich zum fröhlichen Planschen in die Fluten zu werfen?

Blechbüchse

Manchmal hat Müll sogar eine ästhetische Komponente

In Spanien sind die Rastplätze eine einzige Müllkippe. Alles, was nicht mehr benötigt wird landet einfach im Gebüsch.  Ein paar Abfalleimer würden helfen. Über Salamanca hängt eine riesige Dunstwolke und es riecht nach verbranntem Plastik. Abfall vermeiden würde noch mehr helfen!

Marokko erscheint auf den ersten Blick tatsächlich fast sauberer als Spanien. Aber das kann natürlich nicht sein. Marokko hat kaum Kläranlagen und kein funktionierendes Müllsystem. Ein kleiner Bewusstseinswandel scheint aber an manchen Orten stattgefunden zu haben, zumindest sammeln die Bewohner den Müll ein und verbrennen diesen etwas außerhalb.

Aber auch hier ist es schlimm bestellt um das Meer: Viele Strände sind wahre Müllhalden. Die Neilalagune (Richtung West Sahara)  liegt zentimeterdick unter Plastikmüll zugedeckt, aufgequollene Delfine verrotten am Strand. Bei Sturm türmen sich auf dem Wasser dicke Schaumberge. Im beliebten Surfort Targazouhte nördlich von Agadir sitzt die Surfgemeinde lässig in den Cafés während links und rechts die Kloake ins Meer läuft. „Und wie wär’s noch mit einer Runde Bodyboarden?“

Toter Delfin

Nichts für Zartbesaitete

Gut, dass wir scheinbar schon alle ziemlich abgestumpft sind, was die Verschmutzung unserer Umwelt anbelangt. Dann wird eben nur das saubere Stück Strand fotografiert, die Urlaubsfotos sollen ja schließlich was hermachen. Und so üben wir uns alle in Selbstbetrug. Der ordnungsliebende Deutsche entsorgt seinen Abfall am liebsten in einem Abfalleimer. Ehrlicher wäre es aber diesen eigenhändig in hohem Bogen ins Meer zu werfen – oder, die bessere Variante – diesen kontrolliert zu verbrennen.

Schaum am Atantikl

Schaumparty!

Tatsächlich habe ich auch Menschen getroffen, die behaupten, ihren Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen und diesen dann getrennt zu recyceln oder zumindest in die Müllverbrennung zu fahren. Ja, ich gebe zu, auch wir haben unseren Abfall in Marokko gelassen (bei 3,5 Monaten kommt ganz schön was zusammen). Wir sind nicht stolz darauf.

Plastikmüll in Frankreich

Plastikmüll am Atlantik in Frankreich

Für zukünftige Reisen wollen wir uns auf jeden Fall was einfallen lassen. Es wird uns schwer fallen auf das leicht zu transportierende Dosenbier zu verzichten! Aber Plastik kann man schon beim Einkaufen möglichst vermeiden (in Marokko geht das sogar noch besser, da vieles offen am Markt verkauft wird), Papier und Kartonagen kann man verbrennen…

Aber letztendlich sollten wir alle unser Konsumverhalten ändern, denn der Müll wird ja nicht nur in Frankreich, Spanien und Marokko produziert, sondern weltweit und natürlich auch bei uns in Deutschland. Nur sieht man ihn da nicht! Wie praktisch!

Autoschwamm

Irgendwie auch sympathisch, so ein Müll!

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