Schiffswrack bei Sidi Ifni

MA – Sidi Ifni & Fort Bou Jerif

Die Tage am Meer vergehen wie im Fluge. Eine nette „Nomadenfamilie“ lädt uns zu Ziegenmilch, Chai und  Brot mit Smin, Öl und Ziegenbutter in ihr Zelt ein, das interessanterweise „Heima“ heißt. Die Mädchen dieser Familie sind wunderhübsch und haben so bezaubernde Namen wie Fnina, Zukaina, Rachidia, Maria, Susana und Fatima. Die jungen Männer, der Familie, sind leider etwas aufdringlich und betteln uns um Zigaretten, Alkohol und Handys an. Das Zelt ist von Hand aus bunten Stoffbahnen genäht und die Schafe und Ziegen gehen dort genauso ein und aus wie die Menschen. Ein kleines  Kind legt sich mitten auf den mit Teppichen ausgelegten Boden, schläft an Ort und Stelle ein; liebevoll wird es von den Erwachsenen zugedeckt, daneben frisst eine Ziege Plastikmüll und pinkelt dann in die Ecke.

Ich werde mit einer orientalischen Duftessenz besprüht und in ein Tuch gewickelt, schon sehe ich aus wie Fatima CousCous, der Spitzname für alle Touristinnen in Marokko. Ein plötzlicher Regenguss beendet unseren Besuch. Mit gemischten Gefühlen lassen wir die freundliche Familie in ihrer notdürftigen Behausung zurück und begeben uns in unseren gemütlichen Truck.

Wir trennen uns vorrübergehend von unseren Mitreisenden und verbringen die nächsten Tage südlich von Sidi Ifni am Strand bei der Mündung des Flusses Assaka (Foum Assaka)  in Gesellschaft von jungen Franzosen. Hier ist es ruhig und schön zum Spazieren gehen. Vor allem landeinwärts am Fluss entlang ist die Landschaft von bizzarer Schönheit. Auf ausgespülten Steinen sonnen sich Wasserschildkröten, und sogar Skorpione sehe ich. Auf dem Weg dorthin lohnt sich der kleine Abstecher zu einem Schiffswrack am Strand.

Schiffswrack bei Sidi Ifni

Schiffswrack bei Sidi Ifni

Da kurz hinter Foum Assaka die Straße endet, probieren wir, die Piste nach Fort Bou Jerif zu nehmen. Diese ist nur mit Allrad und ausschließlich bei schönem Wetter zu befahren. Aber abgesehen von ein paar steilen Oueddurchquerungen ist die Strecke recht problemlos. Leichtsinnig geworden, machen wir eine kleine Pause mitten auf der Strecke und lassen die Musik laufen. Als wir wieder losfahren wollen, ist die Batterie leer! nichts geht mehr! Da hilft nur eines: Die zweite Batterie (für die Stromversorgung im Koffer) ausbauen und vorne statt der Starterbatterie einbauen. Was für ein Aufwand! Aber das funktioniert zum Glück!

Fort Bou Jerif

Fort Bou Jerif

Und schon stehen wir am Fort, das einst von den Franzosen mitten in der Wüste erbaut wurde. Wieder fließt der Assaka vorbei. Ideal zum Fischen sei der Fluß, verrät uns Peter ein sympathischer Deutscher, den wir mit seiner Frau Renate wenige Stunden später wieder in Guelmim treffen. In Guelmim füllen wir unsere Trinkwasserreserven auf: Ein etwas dubioser Wasserhahn an einer Mauer nahe dem Stadttor ist die Trinkwasserversorgung für die ganze Stadt! Abends besuchen wir die heißen Quellen bei Abaynou. Allerdings ist das Schwimmbad mit dem schwefelhaltigen Wasser nicht wirklich empfehlenswert. Das Bad ist heruntergekommen, und die Hygienevorschriften sind nicht mit europäischen Standards zu vergleichen.  Aber ab 19.00 Uhr dürfen Männer und Frauen gemeinsam in das warme Wasser. Das Angebot wird natürlich nur von Touristen wahrgenommen – und von marokkanischen Männern.

Ruine Bou Jerif

Ruine FBJ

Wieder zurück in Bou Jerif treffen wir wieder auf unsere Freunde. Wir sind froh sie zu sehen, denn so ganz alleine neben dem verlassenen Fort finden wir es fast ein bisschen gruslig.

Mauer

Schöne Details am Fort

Am nächsten Morgen versuchen wir unser Anglerglück. Leider können wir unsere Angelausrüstung nicht finden, aber so schnell geben wir nicht auf. Ein Nagel wird zum Angelhaken gebogen, ein Weinkorken dient als Schwimmer, eine Paketschnur wird zur Angelschnur und ein Palmwedel die Angelrute. Schon hängt eine kleine Barbe am Haken. Fischen mitten in der Wüste – nicht schlecht! So vergehen die nächsten Tage mit Angeln, Lesen und langen Spaziergängen. Abends ziehen Libellenschwärme vorbei, und Wind kommt auf.

Angelglück am Assaka

Angelglück am Assaka

Fische in der Wüste

Fische in der Wüste

Folge Frau Scherer