Archiv der Kategorie: Neuigkeiten

Africa is calling

Kurze Statusmeldung (07.09.2019): Sind nach endloser Fahrerei endlich im Süden angekommen. Wir stehen bei französischen Bekannten zwischen Montpellier und Nîmes auf einem Wagenplatz. Die Sonne scheint und es ist warm. Soweit alles gut. Nur Heppo hat sein Handy verloren: Auf den Ersatzreifen gelegt und einfach losgefahren. Mist!

Bald geht es weiter Richtung Carcassone… Grüße an Euch alle!

Kurz vor unserer Abreise. Foto: Matthias Feicht -> Danke

5 Reisetipps für Roadtrips

Hier die Quintessenz unser bisher gesammelten Reiseweisheiten:

Die folgenden fünf Punkte sind unsere persönliche, emotionale Checklist, wenn wir kurz davor sind, in Panik zu geraten. Auch wenn wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sehen oder stur und unflexibel nach Schema F vorgehen.
Für Euch als Leser gilt zuvorderst Punkt Nummer 1, denn alle Menschen sind verschieden. Was für uns gilt, muss noch lange nicht Eurer Realität entsprechen. Viel Spaß beim Lesen!

Was zeigt dieses Bild? A) Gesichtsverschleierung B) “blank mind” C) Agnostiker? Finde die Antwort selbst.

1. Glaube nichts!

“Glaube nichts!” ist etwas plakativ ausgedrückt, trifft aber doch den Kern der These. Der eigentliche Spruch heißt: “Glaube keiner Information, die du nicht selbst überprüft hast!”. Wie anfangs schon erwähnt: Menschen und Situationen sind verschieden. Was heute gilt, gilt morgen schon lange nicht mehr.
So macht es unterwegs wenig Sinn, sich auf die Aussagen von anderen Reisenden zu verlassen: “Bei diesem Konsulat bekommt niemand mehr ein Visum!”, “Der Grenzübergang xy ist geschlossen!”, “Im Oman sind Hunde verboten!”
Alles “Bullshit”! Frau oder Herr Konsul hatten vielleicht einen schlechten Tag, oder ihnen gefiel die Nase ihres Gesprächspartners nicht. Der Grenzübergang war nur an diesem einen Tag geschlossen, am nächsten Tag ist er aber schon wieder geöffnet. Und das angebliche Hundeverbot war einfach schnell dahingesagtes Halbwissen. FAKE NEWS eben.
Höflichkeit, Respekt, Humor und eine Prise Charme stehen nicht nur Reisenden gut zu Gesicht. Ganz sicher aber öffnen sie unterwegs Tür und Tor und die Herzen des Gegenübers und machen Dinge möglich, die einer*m anderen möglicherweise verwehrt bleiben.

Schräg parken

Irgendwie haben wir einfach kein Glück mit unseren Stellplätzen an Seen.

2. Seen sind Scheiße!

Naja, eigentlich nicht. Wir lieben Seen und machen daher immer wieder den gleichen Fehler. Dabei könnte es doch so schön sein. Ein abendlicher Übernachtungsplatz wird gesucht. Blick auf die Landkarte. Juhu! Nur ein paar Kilometer weiter ist ein See eingezeichnet. Wir freuen uns auf die Abkühlung, auf den Wasserkontakt (Stichwort 1: Körperhygiene, Stichwort 2: überfällig!) und auf eine Runde Schwimmen. Aber die Realität sieht in fast 100% aller Fälle leider anders aus. Es beginnt schon damit, dass der verdammte See nicht zu erreichen ist. Ein kilometerbreiter Schilfgürtel versperrt uns den Weg. Es ist lächerlich, der See ist da, aber wir kommen einfach nicht ran.
Ebenso verhält es sich, wenn alle Seegrundstücke in Privatbesitz sind. No way, da ist nichts zu machen. Die Wachhunde vor den fetten Villen stehen freudig bereit, jeden unautorisierten Eindringling in Stücke zu reißen.

Wenn wir es nun wider Erwarten dann doch an das Seeufer geschafft haben, wartet auf uns… (Zutreffendes bitte ankreuzen; Mehrfachauswahl ist möglich!)

a) … eine Horde angetrunkener Touristen (laute Musik und Feuerwerkskörper inkl.)
b) … ein riesiger Berg Müll (Tierskelette, benutze Windeln und Glasscherben)
c) … MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN und MÜCKEN!!!
d) … ein allesverschlingender Salzsee! -> Womit wir gleich bei den nächsten beiden Punkten wären.

PS: Steppen sind übrigens auch nicht ohne (Stichwort: Steppenbrand)!

Steppenbrand in Kasachstan

Immer weiter oder besser, geordneter Rückzug? Nächtliche Flucht vor Steppenbrand in Kasachstan. Foto: Matthias Feicht

3. Gehe einen Schritt zurück!

Manchmal “sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht” oder haben ein “Brett vor dem Kopf”. Diese schönen Redewendungen illustrieren sehr anschaulich, wie festgefahren wir oft (nicht nur im Salzsee, sondern vor allem) in unserem Denken und Handeln sind. Einmal zu einem Entschluss, einem Plan oder einer Reiseroute gekommen, gibt es davon kein Abweichen mehr. Da wird nicht nach links und nicht nach rechts geguckt, sondern nur noch stur geradeaus. Doch auch der Schritt zurück hat Charme! Ja, ja, schon klar, der Rückzug hat in unserer leistungsorientierten Gesellschaft ein schlechtes “Standing”, aber unsere Erfahrung unterwegs zeigt doch sehr deutlich, dass es lohnt in alle Richtungen zu denken. Manchmal ist eben der Schritt zurück die beste Option. Also, alles zurück auf null und noch mal ganz neu an die Sache herangehen! Think it new and fresh from the start!

Don’t panic! Im Zweifelsfall einfach flach auf den Boden legen und ruhig weiter ATMEN!

4. Don’t Panic!

Um es mit Douglas Adams & The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy zu sagen: “Don’t panic!” Oder auf Deutsch: “Entspanne Dich!” Selbst wenn Dein Wohnmobil/LKW/Raumschiff gerade an der chinesischen Grenze in einem Salzsee zu versinken droht, Du mitten in der Nacht vor einem Steppenbrand fliehen musst, oder ein Lehrerkollegium aus Öskemen eine Massenschlägerei vor Deiner Haustüre anzettelt. “Keep cool and don’t panic!”
Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Aber Ruhe und einen klaren Kopf zu bewahren hilft eigentlich in allen schwierigen Situationen. Tue, was getan werden muss, und was getan werden kann. Wenn nichts mehr geht, dann “mache Dein Problem zum Problem der anderen”, soll heißen: Hole Hilfe!
Mit etwas Vertrauen ins Universum und in Deine Mitmenschen kommt diese Hilfe dann oft unerwartet schnell und wie aus dem Nichts.
Wie sagte der nette Mann, der uns mit seinem Kettenfahrzeug aus dem Salzsee zog, in kreativem Englisch? “Sheep relax, dog relax, so you also relax!”

Was würdest Du tun, wenn morgens fremde Menschen auf Deinem Grundstück parken? Klare Antwort: Diese zum Frühstück einladen. Uns so geschehen in Tadschikistan :D.

5. What goes around, comes around!

Bitte entschuldigt die vielen englischen Redewendungen in diesem Text, aber manchmal ist das Englische einfach treffender als das Deutsche. “Was man sät, wird man ernten!”, so könnte wohl die deutsche Übersetzung des Idioms lauten, aber das klingt dann gleich so biblisch und nach Racheengel. Und eigentlich ist damit doch das genaue Gegenteil gemeint, nämlich, dass es sich lohnt, voller Vertrauen (dabei bitte die gesunde Menschenkenntnis nicht ausschalten) auf sein Gegenüber zuzugehen und dessen Hilfsangebote anzunehmen. Manchmal bleibt auch keine andere Wahl (siehe Punkt 4).
Als Belohnung für das geschenkte Vertrauen winken tolle Begegnungen mit lieben Menschen, Essenseinladungen, tiefe Einblicke in den Alltag und Freundschaften für Leben.
Gutes annehmen und anschließend davon dann bitte auch selbst ordentlich weitergeben, so lautet die Devise, nicht nur auf Reisen, denn: “What goes around comes around!”

Mückenschutz für Afrika

HINWEIS: Der folgende Abschnitt enthält Werbung. Wir bewerben aber grundsätzlich nur Produkte, die wir auch selbst verwenden, sowie Dienstleister, von denen wir ehrlich überzeugt sind.


Moskitonetz Holiday Box II von Brettschneider

Denken wir an Afrika, dann sind wir gedanklich auch ganz schnell bei all den schrecklichen Krankheiten angelangt, die auf diesem Kontinent lauern. Allen voran MALARIA. Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch einzellige Parasiten (sogenannte Plasmodien) ausgelöst wird. Übertragen werden diese durch die Anopheles-Mücke und zwar ausschließlich durch die weiblichen Exemplare.

Je mehr wir darüber lesen, desto gruseliger wird es.

Es gibt drei verschiedene Malaria-Arten:

A. Malaria tropica (Plasmodium falciparum)
B. Malaria tertiana (Plasmodium vivax und ovale)
C. Malaria quartana (Plasmodium malariae)

Am gefürchtetsten ist die erste Variante, also Malaria tropica, da diese die schwersten Krankheitsverläufe nach sich zieht. Die Tropenärztin rät uns zu einer Langzeitprophlaxe mit dem relativ günstigen aber stark umstrittenen Medikament Lariam, das zu irreversiblen Psychosen führen kann. Nach reiflicher Überlegung kommen wir zu dem Schluss, dass wir dieses nicht nehmen werden. Die Nebenwirkungen erscheinen uns zu unkalkulierbar. Auch unsere Fragen an diverse Reiseforen lassen uns teilweise ratlos zurück. Die Meinungen gehen hier stark auseinander und in einigen sind Threads dieser Art gar nicht erst zugelassen, weil nach Aussagen der Forumsbetreiber „Diskussionen dieser Art regelmäßig zu einem “Hauen und Stechen” führen. Oh weh, das scheint ja ein heikles Thema zu sein.

Moskitonetze sind der beste Schutz vor Malaria

Auf eines können sich aber alle einigen: Der beste Schutz vor Malaria ist, nicht gestochen zu werden. Neben langer lockerer und heller Kleidung wird uns mit Nachdruck von allen Seiten ein Moskitonetz empfohlen.

Aber auch hier kann viel falsch gemacht werden. Für die Tropen sollte ein Netz ausgewählt werden, dass nicht zu engmaschig ist. Das würde zwar sämtliche Insekten perfekt abhalten, aber wie in einem Zelt würde sich auch die Hitze darunter stauen, weil die Luft nicht zirkulieren kann. Das Tropeninstitut empfiehlt für Afrika und andere Risikogebiete eine Mindestmaschenweite (man spricht hier von Meshzahl) von 156. Eine Vorab-Imprägnierung wird empfohlen. Wir wollen aber ein Netz ohne Giftstoffe. Außerdem möchten wir lieber auf Nummer sicher gehen und suchen nach einem mit 210–230 mesh per square inch.

Worauf Sie beim Kauf eines Moskitonetz achten sollten:

  • eine Kastenform bietet sich insbesondere für Doppelbetten an
  • das Moskitonetz sollte rundum geschlossen sein
  • Richtige Meshzahl, passend zum Reisegebiet

Für unser 140 cm breites Bett ist es aber gar nicht so einfach, die richtige Breite zu finden. Die meisten Kastennetze sind riesig. Endlich werden wir jedoch fündig. Die Firma Brettschneider,  von der wir vor ein paar Jahren schon einmal ein Moskitonetz (mit Meshzahl 1000 für nördliche Gebiete) erworben hatten, hat eines in ihrem Sortiment. Es heißt Holiday Box II. Zu bestellen ist es über moskitonetz.com

MOSKITONETZ: HOLIDAY BOX II

Masse: 1,6 x 2,0 x 1,5 PAckmass: 29 x 11 x 8 Gewicht (g): 480 Platz für Personen: 2

Laut den Infos auf der Website hält dieses Stechmücken wie Anopheles, Culex und Aedes (Tigermücke) zuverlässig ab. Wir sind gespannt!

Holiday Box

Soundtrack Zentralasien

11 Lieder, die hervorragend zu einer Reise durch Zentralasien passen.
Viel Spaß beim Hören!

1. Mari Kalkun: Mõtsavele mäng

Die Sängerin ist zwar eigentlich aus Estland, aber ihre Stimme kann (meiner Meinung nach) genauso für Litauen und Lettland stehen. Baltikum eben!

2. Otava Yo – / Отава Ё – Ой, Дуся, ой, Маруся

Die lustigen Folkmusiker aus Sankt Petersburg füllen nicht nur in ihrer Heimat Konzerthallen, sondern weltweit. Mein Songfavorit für Russland, der perfekt zu den schönsten Seiten dieses großen und widersprüchlichen Landes passt!

3. Я КАЗАХ ПАВЛОДАР

Dieser patriotische Gassenhauer passt perfekt zu einer Fahrt durch Astana in Kasachstan!

4. Altai Kai- Кай кожонг

Dieses Lied steht für mich für die kasachsische Bergwelt und ist so schön wie der Altai selbst.

5. Dschingis Khan Brennende Taiga

Und wenn die Steppe brennt, helfen nur noch Humor und deutscher Schlager…

6. Pussy Riot – Putin Lights up the Fire

Wenn der LKW in Kasachstan an der chinesischen Grenze im Salzsee versinkt und erst mal keine Hilfe in Sicht ist, sorgt das feministische Punk-Rock-Kollektiv aus Moskau für Aggressionsabbau!

7. Pharao – Diko Naprimer / PHARAOH – ДИКО, НАПРИМЕР

Wenn Frau Scherer mal wieder versagt, bringt mich der blutjunge Trap-Rapper aus Sankt Petersburg ganz schnell auf bessere Gedanken… so sweet!

8. Kirgis Bii – Кыргыз бий

Folgendes Lied war 2014 der Sommerhit in Kirgistan, es war überall zu hören:

Sommerhit aus Kirgistan

9. Canned HeatOn the road again

Dieser Klassiker passt eigentlich immer zu einem Roadtrip, egal wo…

10. Blacksabbath – The Gates of Hell/Headless Cross

Wer am Gaskrater von Derweze in Turkmenistan steht, auch Door to Hell genannt, dem oder derjenigen könnte folgendes gefallen: 

11. America – Horse with no name

Zum Oman, insbesondere zur Wüste, passt dieses wunderschöne Lied:

America – Hose with no name