Zuhause

Anfang April 2020

Fast zwei Wochen sind wir nun schon daheim. Das Ankommen und Wiedereinleben fällt uns erstaunlich leicht. Nach dem ersten Kälteschock genießen wir das angenehme Klima sehr. Die Luft ist herrlich. Endlich können wir nachts wieder kühl schlafen, eingemummelt in dicke Decken. Der nahende Frühling heißt uns mit Vogelgezwitscher und blühenden Bäumen willkommen. Auch die Mitbewohner freuen sich. Voller Elan stürzen wir uns in ein gemeinsames Gartenprojekt; wenn nicht jetzt, wann dann? Nun ist die richtige Zeit, um autark zu werden, Gemüse anzubauen und das Feld zu bestellen. Wir kaufen ein gebrauchtes Gewächshaus, ordern Setzkartoffeln und Saatgut. Den Hof verlassen wir gerade kaum. Ein Hamsterkauf (wir haben ja gerade sowieso keine Vorräte mehr zu Hause) im Supermarkt überzeugt uns davon, dass die Lage vorerst gar nicht so schlimm ist, wie vermutet: Es gibt sogar noch Klopapier, nur die Hefe ist ausverkauft. Heppo und ich sind zwei von drei Kunden, die mit Masken und Handschuhen hantieren. Der Rest der Käufer scheint sorglos – einer bohrt sogar in der Nase…

Wir machen dann halt auch mal einnen Hamsterkauf…

Corona hat auch etwas Gutes: Der Ansturm an Willkommen-zurück-daheim-Besuchern hält sich in Grenzen; auch die Pflichtbesuche fallen vorerst aus. Schade einerseits, andererseits haben wir so genügend Zeit, um uns wieder langsam an das Hier und Jetzt zu gewöhnen. Die Entschleunigung tut gut. Ich höre damit auf, bei Worldometer nach den aktuellen Coronafallzahlen zu suchen und schalte nur noch einmal am Tag das Radio ein. Trotzdem bin ich beunruhigt, weniger wegen der Lungenkrankheit, als mehr wegen der Maßnahmen, die die bayerische Regierung diskutiert: Von Tracking mit Big Data ist da die Rede und von einer Verlängerung der Ausgangsbeschränkung.

Tagsüber sind wir aber prima abgelenkt. Die neue Herausforderung am Hof heißt, unserem aggressiven Brahma Kampfhahn G.G. nicht zu nahe zu kommen. Der Wahnsinnige stürzt sich auf jeden und jede, um mit Kungfu-Fußtritten gegen Kniescheiben und Schienbeine zu schlagen. Ich gewöhne mir an, Sidi an meiner Seite bei Fuß gehen zu lassen und ihn bei Gefahr im Verzug auf den depperten Gockel zu hetzen. Seit dieser ein paar seiner Schwanzfedern lassen musste, hat er sogar ziemlichen Respekt vor unserem Hund. Alles prima, also!

Nur nachts sind wir immer noch in Afrika. Anfangs wachen wir komplett desorientiert auf. Wo sind wir? In unserem LKW? In der Côte d‘Ivoire? In Afrika? Nein, zu Hause, in Deutschland. Beide träumen wir vom Elephant‘s Nest, von Chloes Innenhof, vom Zusammenpacken und fluchtartigen Verlassen des Landes. Eine Zeitschleife: Wir wachen auf, versichern uns gegenseitig, dass wir nur geträumt haben, schlafen erneut ein – und befinden uns wieder dort.

Ob es Frau Scherer wohl gut geht? Wann wir sie wohl wiedersehen werden?
Ich bin genervt! Wenn unser Fahrzeug hier bei uns wäre, könnten wir einen Schlussstrich unter unsere Reise nach Westafrika ziehen. So aber hängen wir noch irgendwie fest auf dem anderen Kontinent.

Und nicht zuletzt vermisse ich ein paar Dinge, die ich in unserem Wohnmobil zurückgelassen musste. Ich bin dann wohl doch materialistischer, als ich mir das zumeist eingestehe. Neben den tollen, bunten Stoffen und schönen, afrikanischen Kleidern sind dies vor allem meine Laufschuhe und – klingt komisch, ist aber so – mein Krauthobel…

Bitte verratet mir, wie soll ich nur unbeschadet durch diesen seltsamen Biohazard-Frühling 2020 kommen, wenn ich keinen feingehobelten Krautsalat essen kann? Vitamine sind nun doch schließlich das Wichtigste überhaupt!

Und hier noch Musik aus Nigeria:

Flucht aus Afrika (3)

Ggf. vorher lesen: Teil 1 und Teil 2 unserer Flucht aus Afrika (Elfenbeinküste)

Sonntag, 22.03.2020 Elfenbeinküste, Abidjan

Zurück bei Chloe:  Ich werfe noch einen letzten Blick auf Frau Scherer. „Mach‘s gut, du oller Karren! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Bye bye!“

Die Portugiesen (Rita, Fernando und Baby Jaschka), so erfahre ich noch beim letzten Elephant‘s Klatsch, wurden von Chloe in Quarantäne gesteckt. Sie dürfen nun ihr kleines Häuschen im Innenhof nicht mehr verlassen. Chloe kennt da kein Pardon: „Stell dir vor: Fernando ist im Sammeltaxi zum Windelholen gefahren. Da ist die Ansteckungsgefahr doch riesig.“ Dass Martin und ich soeben noch am Flughafen Schlange gestanden sind und – nach den selbst gesteckten Regeln – eigentlich auch nicht mehr das Compound betreten dürften, blendet die Übermutter hingegen völlig aus.

Keke, unser Taxifahrer ist überpünktlich. Chloe hat Tränen in den Augen, als wir in das Auto steigen. Statt einer Umarmung verabschieden wir uns mit dem doppelten Ellenbogen von ihr. Ihr Ziehsohn Patrick guckt traurig und fragt, wann und ob wir wiederkommen. Ich sage: „Schon bald!“ und „Dann mach ich dich beim Kickern fertig!“ Wir grinsen beide. Jason, der nette Engländer, wirft mir noch drei Zigaretten zu. „Safe trip! Good luck!“

Am Flughafen darf Frau Scherer nicht stehen bleiben. Sie passt nicht durch die Höhenbeschränkungen.

Am Flughafen: Zur Abwechslung haben wir auch mal etwas richtig gemacht und Sidi die letzten Tage unaufgeregt an seine Hundebox gewöhnt. Jetzt geht er sogar freiwillig hinein. Nur als sich die Gittertür hinter ihm schließt, guckt er komisch und überprüft mit seiner Pfote, ob da jetzt wirklich zu ist. Dann rollt er sich aber zusammen und scheint es dort drinnen ganz gemütlich zu finden. Seltsames Gefühl, den Hund wie ein Gepäckstück abzugeben… Die Mitarbeiter am Sperrgutschalter betteln noch um ein Trinkgeld. Als Heppo nur 1000 CFA gibt (etwa 1,50 Euro) machen wir uns wenig später schon Gedanken, ob Sidi da drinnen auch gut behandelt wird. Wahrscheinlich hätte es nicht geschadet, wenn wir großzügiger gewesen wären. Unsere tollen Hundedokumente (Gesundheitszeugnis, Europäischen Heimtierausweis, Air France Dokument) will übrigens niemand sehen, was mich jetzt fast schon ein wenig ärgert.

Noch über zwei Stunden bis zum Abflug: Wir folgen Chloes Tipp und gehen nahe dem Flughafen in einen Biergarten. In der Elfenbeinküste  heißt so einer “Maquis”. Dort trinken wir leckeres Bier und essen noch einen Happen.

Pünktlicher Abflug. Das Flugzeug ist voll. Mir ist schlecht. Bauchweh. Turbulenzen. Bin schon lange nicht mehr geflogen.

Montag, 23.03.2020, Paris / Straßburg / Nürnberg

Landung gegen 6.00 Uhr morgens (nach etwa 6 Stunden Flug). Gefühlt haben wir keine Sekunde geschlafen.

Einreise in die EU: Niemand misst Fieber. Desinfektionsmittel? Fehlanzeige! Ich scheitere an der automatischen Gesichtserkennung. Muss bei einem echten Polizisten vorbei, der mich durchwinkt. Kleiner Trost: Martin schafft es auch nicht durch die Schleuse, Heppo seltsamerweise aber schon. Da stimmt doch was nicht?!

Martin hatte die gute Idee, sich einen Leihwagen zu nehmen. Diese hatten aber andere vor uns ebenfalls. Es gibt keine verfügbaren PKWs zu mieten und schon gar nicht nach Deutschland. Ein einziger wäre etwas später ab dem Gare du Nord frei . Die Zusatzgebühren für die “einfache Überführung” liegen allerdings  bereits bei 1800 Euro. Die eigentliche Leihgebühr oder die Kilometer sind in diesem Preis noch gar nicht enthalten!

Am Gare du Nord ist die Stimmung angespannt: Seltsame Mischung an Leuten – Obdachlose, zwielichtige Gestalten und bis unter die Zähne bewaffnete Flics. Von einer Polizistin werde ich richtig übel angegangen: „Was macht ihr hier? Schaut, dass ihr weiterkommt! Verpisst euch in euer Land!“ und „Was stimmt eigentlich nicht mit dir, dass du mit zwei Männern unterwegs bist?“ Meine Erklärungsversuche interessieren sowieso nicht. Stattdessen kassieren wir einen Platzverweis: „Wenn ich euch heute Nachmittag noch hier sehe, dann passiert was!“

Mittlerweile sind wir aber nicht mehr die einzigen Gestrandeten. Langsam füllt sich der Bahnhof mit Menschen aus aller Welt. Alle studieren mit Entsetzen die Anzeigetafeln mit den Abfahrtszeiten und sind ähnlich ratlos wie wir: Zug nach Brüssel  – gestrichen. Zug nach Amsterdam – gestrichen. Zug nach Frankfurt -gestrichen. „Rien ne va plus!“

Bitterkalt ist es. Alle Geschäfte haben zu. Sämtliche Toiletten sind verschlossen und verbarrikadiert. Ich muss pinkeln. Unsere Nerven liegen blank. Sogar Martin, der Optimist, wirkt deprimiert. Meine Mama daheim halte ich mit verschiedenen Rechercheaufgaben auf einem hohen Stresspegel. Fast minütlich gebe ich der Armen neue Anweisungen durch und bombardiere sie mit Fragen: „Guck mal nach Unterkünften in Paris! Wie ist die Situation an der deutschen Grenze? Stimmen die Gerüchte, dass absolut niemand mehr einreisen darf, dass die Grenze komplett dicht ist? Gibt es überhaupt noch Züge nach Deutschland?“

Unser neuer Plan: Mit dem Zug nach Straßburg, dann irgendwie weiter, und sei es zu Fuß. Der letzte fährt um 12.30 Uhr. Alle folgenden Verbindungen wurden bereits gecancelt. Eine Stunde haben wir noch Zeit bis zur Abfahrt. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Gare de l‘Est. Gar nicht einfach, wenn man eine Hundetransportbox Größe L mit sich führt. Dafür ist Sidi ganz wunderbar. So einen aufmerksamen Hund hatten wir selten. Er achtet sehr darauf, dass wir alle zusammenbleiben, folgt wie nie zuvor und fährt sogar Rolltreppe (!) mit mir.

Die Innenstadt von Paris ist wie ausgestorben. Wir müssen an die Anfangsszene von Twelve Monkeys denken und würden uns jetzt  gar nicht wundern, wenn ein Löwe auf einem Hausdach hin und her spazieren würde.

„Mist, der Bahnhof ist zugesperrt!“ Der Gare de L‘Est ist von einem Metallzaun umgeben. Kein Hinweis. Nichts. „Das kann doch nicht wahr sein.“ Martin hat die rettende Idee: „Bestimmt gibt es einen Zugang über die Metro!“ Und tatsächlich, über den U-Bahn-Eingang gelangen wir in den Bahnhof. Der Zug nach Straßburg steht auf seinem Gleis. Und sogar ein kleiner Supermarkt hat geöffnet. “Alles wird gut!” Die Jungs kaufen Brot und Käse, während ich mit Sidi schon mal unsere Plätze im Abteil aufsuche. Als sich der Zug in Bewegung setzt, löst sich ein Teil unserer Anspannung.
„Endlich raus aus Paris!“, seufzt Heppo erleichtert.
„Hauptsach’, ein Häusl weiter!“, atme ich auf.
Und Martin, mit vollem Mund: „Ah, Brotzeit! Des ist wia a Religion für mi!“

Nicht schön: Flüchtling sein!

Um 15.30 Uhr sind wir in Straßburg. Meine Eltern waren unterdessen fleißig. Sie haben bei der Bundespolizei angerufen und erfahren, dass der Grenzübertritt für deutsche Bundesbürger kein Problem darstellt und auch, dass von Straßburg nach Kehl ein Regionalzug verkehrt.

Wir müssen etwa eine Stunde warten, bis wir die Fahrt fortsetzen können. Mit Sidi trete ich vor das Bahnhofsgebäude. Der Hund muss schließlich auch mal. Kein Auto weit und breit. Nur wenige Passanten. Dafür wieder Polizei. Ich erfahre, dass man in Frankreich einen Passierschein benötigt, den man sich zuvor aus dem Internet herunterladen muss. Gruselig!

Weiter nach Kehl: Dort werden wir von drei Polizisten in voller Montur in Empfang genommen. Nach dem Vorzeigen unseres Reisepasses dürfen wir uns innerhalb des kleinen Bahnhofs frei bewegen. Beim Bäcker kosten 0,3 Liter Wasser 2,50 Euro; solche unverschämten Preise bin ich nach Afrika gar nicht mehr gewöhnt. Zum Essen gibt es nichts: Alles ausverkauft!  Eine ältere Obdachlose mit langen, sorgfältig manikürten Fingernägeln sitzt in der Unterführung und wärmt sich die Hände an einem Pappbecher mit Automatenkaffee. Sie bedankt sich höflich, als ich ihr ein paar Cent gebe. Als ich nach oben zum Bahnsteig gehe, höre ich, wie sie irre lacht, kreischt, schreit und heult. Ich kann sie verstehen! Ich würde am liebsten mit ihr mitweinen. Schrecklich, wenn man jetzt kein Zuhause hat.

Weiter geht es mit der Regionalbahn nach Appenweier, von dort  nach Karlsruhe und endlich mit dem IC nach Nürnberg. Fast überall sind wir die einzigen.

In Nürnberg am Bahnhof: Wieder nur Alkoholiker, Obdachlose und nervöse Polizeibeamte. Einer offensichtlich schwer unter Drogen stehenden und hustenden Frau wird von den Berufsrambos gerade eine Gesichtsmaske aufgenötigt.  Die Alkis vor der Tür finden das witzig. Reisende gibt es fast keine mehr. Nur ein junger Mann ist da, der nach einem Schlafplatz sucht. Ich frage mich, ob sein spitzer Chinesenhut ein politisches Statement darstellt? Und, wenn ja, wofür? Stattdessen frage ich ihn, wohin er denn reisen möchte:  “Czech Republic!”, antwortet er. Ich wünsche ihm Glück.

Endlich meldet sich Heppos Bruder Christian am Telefon: Er wartet vor dem Bahnhofsgebäude auf uns. Eigentlich wollen wir lieber Abstand halten, waren wir doch an zwei Flughäfen und an diversen Bahnhöfen, aber Christian ist schneller als wir. Herzlich umarmt er uns: „Ist jetzt auch schon wurscht!“ nuschelt er verlegen, und „Schön, dass ihr wieder da seid!“

Flucht aus Afrika (2)

Vorher lesen, Teil 1: Flucht aus Afrika (1)

Samstag, 21.03.2020, Elfenbeinküste Grand Bassam

Schlafen kann ich nicht: Ein unruhiges Flatterherz hält mich wach.
Vor dem Frühstück machen wir Telegymnastik und den Sonnengruß mit Rita und Fernando. Danach geht es mir besser.

Krisensitzung: Ab Sonntag gibt es auch in der Elfenbeinküste ein offizielle Ausgangssperre und einen Shut Down aller Bars und Restaurants. Wir in der Elephant‘s Lodge beschließen, uns ebenfalls in einen freiwilligen Lock Down zu begeben. Gemüse, Brot und Obst wollen wir uns liefern lassen. „You can leave but not come back!“, erklärt Chloe. Heute darf jeder noch mal raus zum Einkaufen. Heppo fährt mit dem Fahrrad zum Markt und kommt mit einem großen Sack Reis und richtig viel Gemüse zurück. Er berichtet von leeren Regalen und Schlangen vor den Supermärkten. Viele tragen bereits Masken, und überall wird man gezwungen, sich die Hände zu desinfizieren. Sein Handyguthaben konnte er aber nicht mehr aufladen: Als er nämlich am Moov Stand ankam, hatte er plötzlich nur noch ein Rauschen im Ohr: Gehörsturz! Sicherlich der Stress! 
Ich mache mir Sorgen um ihn…

Chloes Hündin Pica ist läufig. Nun zofft sich Sidi mit dem Rüden Bobby. Wir vereinbaren, dass beide nur abwechselnd raus können. Sidi hat trotzdem gerade eine sehr gute Zeit!

Anruf der Botschaft: Morgen geht noch mal ein Sonderflug nach Paris. Mit Martin vereinbaren wir, dass er und ich am nächsten Tag sehr früh zum Air France Büro nach Plateau (Stadtteil von Abidjan) fahren werden und versuchen,Tickets zu ergattern. Heppo soll unterdessen einen Stellplatz für Frau Scherer klar machen und alles zusammenpacken.

Letzte Eindrücke von der Côte d’Ivoire

Sonntag, 22.03.2020, Elfenbeinküste, Abidjan & Grand Bassam

Das Taxi kommt um 8.00 Uhr. Eine halbe Stunde später stehen wir vor dem Air France Büro. Hier warten bereits einige Leute. Auf der Einschreibeliste sind wir die Nummern 25, 26 und 27. Angeblich öffnet das Büro um 11 Uhr, um 12 Uhr ist es aber immer noch geschlossen. Mittlerweile ist die Menschenmenge auf etwa 200 Personen angewachsen. Alle halten Abstand zueinander. Plötzlich werden wir gezwungen, uns in einer Schlange anzustellen, dicht auf dicht. Martin und ich setzen Masken aus unserem Erste-Hilfe-Fundus auf. Sicher ist sicher! Der Koordinator des nervösen Haufens ist  heillos überfordert. Nun versucht er, einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zwischen die Menschen zu bringen. Das ist natürlich nicht so einfach. Alle müssen minutenlang rückwärts gehen. Als nach 12 Uhr endlich das Büro öffnet, stürmen alle Richtung Eingang. Da liegen bei einigen die Nerven schon ziemlich blank. Zum Glück wird dann jeder doch anhand der Nummern auf der Liste aufgerufen. Die Mitarbeiterin von Air France ist mürrisch und unhöflich und hat zugleich die Ruhe weg. Martins Flug ist dennoch rasch gebucht, ich lege ihm den fehlenden Betrag in CFA aus. Auch für uns gibt es zwei Tickets. Es dauert nur etwas, bis das Okay für die Hundemitnahme erfolgt. Juhu! Sidi darf mit.
Ich rufe Heppo an: „Pack alles zusammen! Unser Flug geht heute um 22.30 Uhr.“ Es ist nach 13 Uhr, als wir das Büro verlassen und wieder in ein Taxi steigen, das uns nochmal zurück nach Grand Bassam bringen wird.

Heppo hat für Frau Scherer unterdessen schon einen Stellplatz gefunden. Ich werfe nur Technik und Wertsachen in meinen Rucksack: Computer, Kameras und Dokumente. An Klamotten kommt nur mit, was ich am Leib trage. Mist, uns fehlt noch ein Dokument für den Hund! Air France möchte ein unterschriebenes Formblatt vorgelegt bekommen,  auf dem steht, dass die Maße des Hundekäfigs den Vorgaben entsprechen und dass unser Hund weder krank noch betäubt ist.

Ich laufe los. Da Sonntag ist, haben alle Kopiershops zu. Plötzlich steht ein junges Mädchen neben mir. Sie ist 17 und heißt Ange, Engel. Ihr Französisch ist so schwer verständlich, so dass ich leider keine rechte Unterhaltung mit ihr führen kann. „Ich weiß, wo noch ein CP (Kopiershop) ist.“, verstehe ich. „Wir müssen aber ein Stück laufen!“
Im Eilschritt rennen wir nun durch das Viertel, überqueren die belebte Kreuzung mit den rostroten Taxis. Ein Prediger beschwört brüllend den Weltuntergang herbei, die Jungs vor einem Kiosk rufen mir flirtend hinterher: „Komm wieder, wir warten auf dich!“ Frauen blicken mitleidig auf mein schweißüberströmtes Gesicht. Zu Ange sagen sie: „Deine Begleiterin ist sehr müde.“

Ich nicke und hetze weiter. Blick auf die Uhr: Maximal fünf Minuten kann ich noch nach einem Kopiershop suchen, dann muss ich umdrehen. Um 17 Uhr fährt unser Taxi zum Flughafen, in einer halben Stunde. Über 30 Minuten bin ich bereits unterwegs, genauso lange werde ich zurück brauchen. „Hier ist der Laden!“, sagt Ange und lässt mich stehen. Mein persönlicher Engel fliegt um die Ecke und ist verschwunden. Ohne nach Geld zu fragen – und ohne Abschied.

Mit der kostbaren Kopie in Händen eile ich zurück, vorbei an den mitleidigen Frauen, den flirtenden Jungs, dem lauten Prediger und den wartenden Taxis. „Coronavirus!“, schreit mir einer aus einem vorbeifahrenden Auto zu. Egal. Keine Zeit. Heppo macht sich bestimmt schon Sorgen um mich!

Bye Bye, Frau Scherer!

(Fortsetzung folgt)

Flucht aus Afrika (1)

Songtipp: My Sharona – The Knack
(Das Lied hab ich seit Corona irgendwie als Ohrwurm im Kopf: Ay, Corona!)

Ende Februar dachte in Kpalimé, Togo noch niemand an “social distancing…”

Dienstag, 25.02.2020, Togo, Kpalimé
Das erste Mal höre ich von Corona am 25. Februar. Mein Papa hat an diesem Tag Geburtstag, und er erzählt mir davon. Er wirkt beunruhigt und erwähnt die Möglichkeit einer globalen Pandemie. Wir sind gerade in Togo und helfen mit, ein Yoga- und Reggaefestival zu organisieren. Europa ist weit weg und Deutschland ebenfalls. Über Corona spricht hier niemand. Das Festival ist toll, die Leute sind nett. Wir haben eine wunderbare Zeit.

Als kurz darauf Leute mit akuter Malaria bei uns mit am Tisch sitzen und fiebrig mit den Zähnen klappern, verschwenden wir zwar Gedanken an unsere Gesundheit, aber nicht an das neuartige Virus namens Covid 19. Es heißt ja, dass es die warmen Länder nicht so gerne mag.

Auch wenn es uns in Togo gerade sehr gut gefällt, so dränge ich doch auf Aufbruch und eine Weiterfahrt in Richtung Ghana. Erste Niederschläge erinnern uns an die nahende Regenzeit und daran, besser unseren Zeitplan einzuhalten: Über Ghana soll es in die Elfenbeinküste gehen, weiter in Richtung Guinea und Senegal.

Montag, 09.03.2020, Ghana, Accra & Tema
Wir beantragen unser Visum für die Elfenbeinküste. Der Typ an der Botschaft treibt uns mit seinem Bürokratismus fast in den Wahnsinn. Angeblich erhalten wir die Dokumente aber schon am Mittwoch.

Leider haben wir mittlerweile massive Probleme mit unserem Auto: Die Steuerung ist kaputt. Wir denken über eine Verschiffung ab Accra/Tema nach. Corona spielt bei dieser Überlegung so gut wie keine Rolle. Die MAN Werkstatt VanVliet könnte uns bei der Verschiffung behilflich sein. Aber alles ist nicht so einfach. Unseren Hund ausfliegen zu lassen ist übrigens echt kompliziert…

Dienstag, 10.03.2020, Ghana, Tema
Italien lässt seine Bürger nicht mehr ausreisen und macht die Grenzen dicht. Krass!
Am LKW entdeckt Heppo eine Nachstellschraube. Ein Lösungsansatz? Vielleicht müssen wir Frau Scherer doch nicht auf einem Containerschiff heimschicken?

Mittwoch, 11.03.2020, Ghana, Tema & Accra
Autoreparatur – und es sieht gut aus. Schließlich stellt sich heraus: Wir können weiter. Die Wartezeit bis zur Visumsabholung überbrücken wir in Accra im stacheldrahtumzäunten Innenhof eines Mehrparteienhauses, wo das amerikanische Lehrerehepaar Polly und Leo wohnt. Die beiden sind ganz wunderbare Menschen, die wir bereits bei unserer ersten Fahrt durch Ghana kennengelernt hatten.

Donnerstag, 12.03.2020, Ghana, Accra
Unsere Visa holen wir mit einem Tag Verspätung ab. Ab dem 17.03. dürfen wir in die Elfenbeinküste einreisen.

Freitag, 13.03.2020, Ghana, Accra
Als wir mit Polly und Leo am Frühstückstisch sitzen, erhalten beide eine E-Mail von der Schulleitung: Der erste Coronafall in Accra, Ghana! Polly wird kreidebleich und verschwindet, um zu telefonieren. Es zeichnet sich ab, dass Ghanas Schulen ab sofort geschlossen werden. Nur von Leo verabschieden wir uns schließlich. Wir sind noch immer nicht sonderlich beunruhigt.

Samstag, 14.03.2020 – Montag, 16.03.2020, Ghana, Busua Beach
Unbesorgt fahren wir weiter an den Strand nach Busua, wo wir zwei wunderschöne, unbeschwerte Tage verbringen und sogar noch Angeberfotos für Instagram mit unseren neuen, afrikanischen Anziehsachen machen. Freunde aus Deutschland schreiben: „Bleibt in Afrika. So entkommt ihr wenigstens dem ganzen Wahnsinn hier!“

Aber plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Auf der Whatsapp Westafrican Traveler Group heißt es nun, dass auch die Elfenbeinküste zeitnah ihre Grenzen schließen wird. Mist, unser Visum beginnt erst am Dienstag. Eilig packen wir alles zusammen und fahren 250 Kilometer bis zu einer Tankstelle kurz vor die Grenze, in der Hoffnung, dass die Order nicht gleich zügig umgesetzt wird.

Elephant’s Nest

Dienstag, 17.03.2020, Ghana & Elfenbeinküste
Unbehelligt kommen wir am Morgen über die Grenze. Gegen Mittag, so erfahren wir, ist diese allerdings dann bereits geschlossen.

Am Nachmittag treffen wir am Elephant‘s Nest ein, der Lodge der WAT Moderatorin Chloe in Grand Bassam, einem Vorort von Abdidjan. Außer uns sind vor allem Backpacker und Radfahrer da: Fernando und Rita aus Portugal mit Baby Jaschka, Ben aus den USA, Patrick aus Canada, Atillio aus Australien und Jason aus England. Ben, Patrick und Atillio werden die nächsten Tage abreisen.

Chloe ist ein Phänomen – eine Figur wie aus einem Superhelden-Comic. Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Die über 60jährige Irin ist eine dynamische Persönlichkeit, die mit ihrem Handy verwachsen scheint. Sie raucht Kette und trinkt gerne Alkohol. Ihre Angestellten kommandiert sie laut schreiend herum. Außerdem scheint sie eine Übermutter zu sein, die sich um alle Probleme der Reisenden kümmert. Nebenher ist sie die Aircrafts Managerin von Cabo Verde Airlines, leitet eine NGO (Waisenhaus), betreut die Lodge, die Reisegruppe – und hat den kleinen Patrick adoptiert.

Hier ist so etwas wie eine  Einsatzzentrale: Im Sekundentakt bekommen wir die SOS-Notrufe von anderen Reisenden mit und werden Zeuge von Chloes immer hektischer werdenden Hilfsversuchen und ihren Telefonaten mit Menschen in wichtigen Positionen. Chloe scheint alle zu kennen und Beziehungen bis in höchste Kreise zu haben.

Mittlerweile häufen sich die Nachrichten von Grenzschließungen. Unser Plan, weitere Visa zu besorgen und so rasch wie möglich in Richtung Senegal oder Marokko zu kommen, zerschlägt sich schnell. An eine Weiterfahrt ist nun nicht mehr zu denken. Die Schulen hier m Land sind ebenfalls bereits seit Montag geschlossen.

Mittwoch, 18.03.2020, Elfenbeinküste, Grand Bassam
Wir nehmen mit der deutschen Botschaft Kontakt auf und tragen uns in die Krisenvorsorgeliste Elefand ein. Flüge (nach Paris) soll es offiziell nur noch bis Sonntag geben. Es heißt, der Flughafen wird zeitnah geschlossen. Bei Telefonaten mit Air France erfahren wir, dass unter den momentanen Umständen keine Hunde mitgenommen werden können. Ähnliches hören wir von der Botschaft: „Hunde haben im Evakuierungsfall keine Priorität!“ Oh nein!

Die Neuzugänge im Elephant‘s Nest sind Martin aus Eichstätt und Mitchel aus Canada. Martin ist nach eigenen Aussagen Optimist: „So a Glück muss ma erst mal hab’n. Letzte Woch’ hams ma mein Geldbeutel mit Kreditkartn ‘klaut, und etz seids ihr zwei da, aa aus Bayern!“
Ich bin heilfroh, dass Martin kein Pessimist ist. Weitere Lichtblicke: Es gibt eine Tischtennisplatte und einen Kickerkasten. Chloes Ziehsohn Patrick wird mein Hauptherausforderer. Schön! Beim Spielen kommt man wenigstens auf andere Gedanken!

Donnerstag, 19.03.2020, Elfenbeinküste, Grand Bassam
Die Botschaft ruft mich an. Angeblich gehen nur noch zwei reguläre Flüge, heute und morgen, danach nicht mehr. Und wir müssen uns selbst um die Tickets kümmern. Schnell zum Flughafen also! In Abidjan gibt es zwei Air France Büros, eines im Stadtteil Plateau, das andere am Flughafen. Wir entscheiden uns für das Büro am Airport, das aber erst gegen Mittag öffnet. Vorher fahren wir noch zum Tierarzt, um uns ein Internationales Gesundheitszeugnis zu besorgen (Kosten: 20 Euro).

Am Flughafen gibt es keine Möglichkeit für Frau Scherer zu parken; die Höhenbeschränkung bildet ein unüberwindbares Hindernis. Die Zufahrt über den Evakuierungsweg (mit umklappbaren Schranken und keinerlei Höhenbeschränkung) will man uns jedoch nicht gestatten. Sowieso egal, denn nach langem Schlangestehen am Air France Schalter erfahren wir, dass die Tickets für beide Flüge tatsächlich schon weg sind. Schnell fahren wir noch in die einzige Tierhandlung weit und breit (“Orca”, in Abidjan). Wir ordern eine Hundebox Größe L für ca. 230 Euro, damit wir für den Fall der Fälle gewappnet sind.

Im Elephant‘s Nest hatten wir eigentlich für den heutigen Abend eine Krisensitzung/Plenum anberaumt, aber Chloe fehlt. Als sie zurückkommt, ist sie betrunken, lallt und schläft über ihrem Bier am Gemeinschaftstisch ein. Ich bewahre sie mehrmals davor, in ihr Bierglas zu fallen.

Elephant’s Nest

Freitag, 20.03.2020
Es wird zunehmend klar, dass wir uns im Elephant‘s Nest verschanzen werden müssen. Ab Sonntag vereinbaren wir einen freiwilligen Lockdown. Heppo und ich plädieren auf gemeinsame Aktionen gegen den Lagerkoller (Telegymnastik mit Johanna Fellner und Yoga). Fernando und Rita finden die Idee sehr gut. Jason ist eher schweigsam und zurückgezogen. Der drahtige Engländer sucht aber unsere Nähe und freut sich über meine Gemüsesuppe. Mitchel, Typ Surfboy, nutzt die Gelegenheit, um als digitaler Nomade Arbeiten zu erledigen und hält fleißig Telefonkonferenzen mit Canada ab. Auch er separiert sich. Martin setzt sich ebenfalls vor den Computer.

Hoffnungsschimmer: Anruf von der deutschen Botschaft. Eventuell gibt es nächste Woche noch einen Sonderflug für die verbliebenen ausreisewilligen Deutschen, angeblich nur 20 an der Zahl.
Wir halten nochmal kurz inne: In Abidjan gibt es bisher nur 9 bestätigte Coronafälle, in Deutschland sind es bereits 18.000. Macht es wirklich Sinn, nun fluchtartig das Land zu verlassen – ohne Frau Scherer? Der Mitarbeiter der Botschaft meint dazu: „Richtig, Sie würden von einem Niedrigrisikogebiet in ein Hochrisikogebiet fahren. Allerdings ist die Gesundheitsversorgung hier sehr schlecht. Wenn Corona ausbricht, gibt es in der Elfenbeinküste vor allem nicht genügend Liegebetten.Bitte beziehen Sie das in Ihre Überlegungen mit ein!“

Ja, wir möchten nach Hause, denn dort sind unsere Freunde, die Familien und unser Hof. In Afrika scheint die Stimmung außerdem zu kippen. Auf der Straße wird “Coronavirus” hinter uns hergerufen. Der chinesische Radfahrer, der uns mit der gehissten Flagge seines Landes an der Grenze Ghana/Elfenbeinküste entgegenkam, wurde zusammengeschlagen. Viele Reisende berichten von Anfeindungen. Im öffentlichen Raum sieht man plötzlich viele maskentragende Menschen. Vor jedem noch so kleinen Supermarkt gibt es Desinfektionsmittel plus Securities, die die Händedesinfektion überwachen und koordinieren.

Telefonat mit meinem Bruder: „Ab heute Nacht 24 Uhr haben wir nun eine Ausgangssperre in Bayern! Das macht mir Angst!“
Auch manche Freunde reagieren paranoid: „Ich glaube langsam nicht mehr an die Sinnhaftigkeit der ganzen Maßnahmen. Da geht es um etwas anderes. Die Sache stinkt doch zum Himmel!“

Ich fühle mich entschlossen und stark, fast schon etwas radikal. Alles, was getan werden muss, werde ich machen. Ich denke tatsächlich sogar darüber nach, im Ernstfall Sidi zurückzulassen oder ins Tierheim zu geben – widerwillig natürlich und hoffentlich nur vorübergehend. Für Heppo kommt diese Option aber überhaupt nicht in Frage. Lieber würde er mich alleine zurückfliegen lassen. Wir einigen uns: Also gut, entweder fahren wir alle gemeinsam – oder eben keiner!

Ich erlaube mir weder große Gefühle noch Sentimentalitäten, stürze mich stattdessen in Sport, Routine, Ablenkung, Aktionismus, Recherchen und Vorbereitungen für eine schnelle Abreise. In den wenigen freien Minuten, die mir bei diesem selbst auferlegten Programm bleiben, lese ich Rüdiger Nehberg: Die Kunst zu überleben. Leider finde ich aber nur wenig Brauchbares darin. Autogenes Training soll angeblich helfen, um mental stabil zu bleiben und Stresssituationen gut und unbeschadet zu meistern. Leider habe ich aber überhaupt keine Ahnung, wie das gehen soll. Eine genaue Anleitung dazu fehlt in dem sehr allgemein gehaltenen Büchlein. Wahrscheinlich ist da bei mir sowieso schon so eine Art  Überlebensmechanismus am Werk. Trotzdem bleibt auch noch Zeit zu zweifeln: Was ist das für ein seltsamer Realitätsshift? Ist nicht doch alles nur ein Traum? Globale Pandemie? Ehrlich? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Am Nachmittag fahren wir mit Chloe nach Abidjan, um unsere Hundetransportbox abzuholen. Chloe fährt mit irrsinniger Geschwindigkeit über die dreispurige Stadtautobahn, die Grad Bassam mit der Hauptstadt verbindet. Sie hupt und schimpft und schreit dazu in ihr Autotelefon. Alle und jeder werden herumkommandiert, sogar die Polizei steht vor Chloe stramm. Was für eine Frau! Eine Mutter Courage! Bei ihrem wahnwitzigen Fahrstil fürchte ich allerdings mehr als einmal um unser Leben.

Bei Orca: Die Hundebox ist da! Hurra! Aber nun sind wir  230 Euro ärmer.

Mit Chloe geht es in affenartiger Geschwindigkeit zurück zur Lodge, vorbei an Militär und Polizeiposten. „Unusual!“, sagt sie. Dann geschieht etwas Seltsames: Plötzlich bin ich ganz ausgezeichneter Laune. Ich stecke meinen Kopf zum offenen Fenster hinaus in den warmen Fahrtwind. Der Tod ist nah, und dadurch fühle ich mich frei. Ich habe keine Angst mehr, denn alles ist relativ. Und ich weiß genau: Heute werde ich nicht sterben und auch nicht morgen. Ein Mädchen mit lilafarbenen Schmetterlingsflügeln auf dem Rücken schwebt vor uns über die Straße. Das ist ganz real – und wirkt doch zugleich wie aus einem Traum. Neben mir beginnt Chloe zu kichern: „I knew it’s him: Michel fucking Jackson, the best policeman in town!“. Und tatsächlich, eine schwarze Version von Michael Jackson tanzt auf der Kreuzung vor uns seinen Moonwalk, lässt seine weißen Handschuhe durch die Luft wirbeln und zaubert den Autofahrern ein Grinsen ins Gesicht…

Warme Liebe durchströmt mich, für Afrika und für die ganze verdammte Menschheit.

Hundebox gekauft: Was für ein Glück, dass es in Abidjan eine richtige Tierhandlung gibt