17.08.2019: Roadtrip mit Frau Scherer Reisevortrag am Klaus-Därr-Treffen

Berit kurz vor der Lesung am Klaus-Daerr-Treffen@Bayernkamele

 

 

 

Danke für Euer zahlreiches Erscheinen. Mir hat es großen Spaß gemacht vor Fachpublikum und den Bayernkamelen 😉 einen Vortrag halten zu dürfen.

Reisevortrag am Samstag, 17.08.: Lesung aus meinem Buch “Roadtrip mit Frau Scherer” mit Fotoshow beim Klaus-Därr-Treffen@Bayernkamele in Grub/Valley

Reisevortrag Roadtrip mit Frau Scherer bei den Bayernkamelen

5 Reisetipps für Roadtrips

Hier die Quintessenz unser bisher gesammelten Reiseweisheiten:

Die folgenden fünf Punkte sind unsere persönliche, emotionale Checklist, wenn wir kurz davor sind, in Panik zu geraten. Auch wenn wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sehen oder stur und unflexibel nach Schema F vorgehen.
Für Euch als Leser gilt zuvorderst Punkt Nummer 1, denn alle Menschen sind verschieden. Was für uns gilt, muss noch lange nicht Eurer Realität entsprechen. Viel Spaß beim Lesen!

Was zeigt dieses Bild? A) Gesichtsverschleierung B) “blank mind” C) Agnostiker? Finde die Antwort selbst.

1. Glaube nichts!

“Glaube nichts!” ist etwas plakativ ausgedrückt, trifft aber doch den Kern der These. Der eigentliche Spruch heißt: “Glaube keiner Information, die du nicht selbst überprüft hast!”. Wie anfangs schon erwähnt: Menschen und Situationen sind verschieden. Was heute gilt, gilt morgen schon lange nicht mehr.
So macht es unterwegs wenig Sinn, sich auf die Aussagen von anderen Reisenden zu verlassen: “Bei diesem Konsulat bekommt niemand mehr ein Visum!”, “Der Grenzübergang xy ist geschlossen!”, “Im Oman sind Hunde verboten!”
Alles “Bullshit”! Frau oder Herr Konsul hatten vielleicht einen schlechten Tag, oder ihnen gefiel die Nase ihres Gesprächspartners nicht. Der Grenzübergang war nur an diesem einen Tag geschlossen, am nächsten Tag ist er aber schon wieder geöffnet. Und das angebliche Hundeverbot war einfach schnell dahingesagtes Halbwissen. FAKE NEWS eben.
Höflichkeit, Respekt, Humor und eine Prise Charme stehen nicht nur Reisenden gut zu Gesicht. Ganz sicher aber öffnen sie unterwegs Tür und Tor und die Herzen des Gegenübers und machen Dinge möglich, die einer*m anderen möglicherweise verwehrt bleiben.

Schräg parken

Irgendwie haben wir einfach kein Glück mit unseren Stellplätzen an Seen.

2. Seen sind Scheiße!

Naja, eigentlich nicht. Wir lieben Seen und machen daher immer wieder den gleichen Fehler. Dabei könnte es doch so schön sein. Ein abendlicher Übernachtungsplatz wird gesucht. Blick auf die Landkarte. Juhu! Nur ein paar Kilometer weiter ist ein See eingezeichnet. Wir freuen uns auf die Abkühlung, auf den Wasserkontakt (Stichwort 1: Körperhygiene, Stichwort 2: überfällig!) und auf eine Runde Schwimmen. Aber die Realität sieht in fast 100% aller Fälle leider anders aus. Es beginnt schon damit, dass der verdammte See nicht zu erreichen ist. Ein kilometerbreiter Schilfgürtel versperrt uns den Weg. Es ist lächerlich, der See ist da, aber wir kommen einfach nicht ran.
Ebenso verhält es sich, wenn alle Seegrundstücke in Privatbesitz sind. No way, da ist nichts zu machen. Die Wachhunde vor den fetten Villen stehen freudig bereit, jeden unautorisierten Eindringling in Stücke zu reißen.

Wenn wir es nun wider Erwarten dann doch an das Seeufer geschafft haben, wartet auf uns… (Zutreffendes bitte ankreuzen; Mehrfachauswahl ist möglich!)

a) … eine Horde angetrunkener Touristen (laute Musik und Feuerwerkskörper inkl.)
b) … ein riesiger Berg Müll (Tierskelette, benutze Windeln und Glasscherben)
c) … MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN und MÜCKEN!!!
d) … ein allesverschlingender Salzsee! -> Womit wir gleich bei den nächsten beiden Punkten wären.

PS: Steppen sind übrigens auch nicht ohne (Stichwort: Steppenbrand)!

Steppenbrand in Kasachstan

Immer weiter oder besser, geordneter Rückzug? Nächtliche Flucht vor Steppenbrand in Kasachstan. Foto: Matthias Feicht

3. Gehe einen Schritt zurück!

Manchmal “sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht” oder haben ein “Brett vor dem Kopf”. Diese schönen Redewendungen illustrieren sehr anschaulich, wie festgefahren wir oft (nicht nur im Salzsee, sondern vor allem) in unserem Denken und Handeln sind. Einmal zu einem Entschluss, einem Plan oder einer Reiseroute gekommen, gibt es davon kein Abweichen mehr. Da wird nicht nach links und nicht nach rechts geguckt, sondern nur noch stur geradeaus. Doch auch der Schritt zurück hat Charme! Ja, ja, schon klar, der Rückzug hat in unserer leistungsorientierten Gesellschaft ein schlechtes “Standing”, aber unsere Erfahrung unterwegs zeigt doch sehr deutlich, dass es lohnt in alle Richtungen zu denken. Manchmal ist eben der Schritt zurück die beste Option. Also, alles zurück auf null und noch mal ganz neu an die Sache herangehen! Think it new and fresh from the start!

Don’t panic! Im Zweifelsfall einfach flach auf den Boden legen und ruhig weiter ATMEN!

4. Don’t Panic!

Um es mit Douglas Adams & The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy zu sagen: “Don’t panic!” Oder auf Deutsch: “Entspanne Dich!” Selbst wenn Dein Wohnmobil/LKW/Raumschiff gerade an der chinesischen Grenze in einem Salzsee zu versinken droht, Du mitten in der Nacht vor einem Steppenbrand fliehen musst, oder ein Lehrerkollegium aus Öskemen eine Massenschlägerei vor Deiner Haustüre anzettelt. “Keep cool and don’t panic!”
Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Aber Ruhe und einen klaren Kopf zu bewahren hilft eigentlich in allen schwierigen Situationen. Tue, was getan werden muss, und was getan werden kann. Wenn nichts mehr geht, dann “mache Dein Problem zum Problem der anderen”, soll heißen: Hole Hilfe!
Mit etwas Vertrauen ins Universum und in Deine Mitmenschen kommt diese Hilfe dann oft unerwartet schnell und wie aus dem Nichts.
Wie sagte der nette Mann, der uns mit seinem Kettenfahrzeug aus dem Salzsee zog, in kreativem Englisch? “Sheep relax, dog relax, so you also relax!”

Was würdest Du tun, wenn morgens fremde Menschen auf Deinem Grundstück parken? Klare Antwort: Diese zum Frühstück einladen. Uns so geschehen in Tadschikistan :D.

5. What goes around, comes around!

Bitte entschuldigt die vielen englischen Redewendungen in diesem Text, aber manchmal ist das Englische einfach treffender als das Deutsche. “Was man sät, wird man ernten!”, so könnte wohl die deutsche Übersetzung des Idioms lauten, aber das klingt dann gleich so biblisch und nach Racheengel. Und eigentlich ist damit doch das genaue Gegenteil gemeint, nämlich, dass es sich lohnt, voller Vertrauen (dabei bitte die gesunde Menschenkenntnis nicht ausschalten) auf sein Gegenüber zuzugehen und dessen Hilfsangebote anzunehmen. Manchmal bleibt auch keine andere Wahl (siehe Punkt 4).
Als Belohnung für das geschenkte Vertrauen winken tolle Begegnungen mit lieben Menschen, Essenseinladungen, tiefe Einblicke in den Alltag und Freundschaften für Leben.
Gutes annehmen und anschließend davon dann bitte auch selbst ordentlich weitergeben, so lautet die Devise, nicht nur auf Reisen, denn: “What goes around comes around!”

Mückenschutz für Afrika

HINWEIS: Der folgende Abschnitt enthält Werbung. Wir bewerben aber grundsätzlich nur Produkte, die wir auch selbst verwenden, sowie Dienstleister, von denen wir ehrlich überzeugt sind.


Moskitonetz Holiday Box II von Brettschneider

Denken wir an Afrika, dann sind wir gedanklich auch ganz schnell bei all den schrecklichen Krankheiten angelangt, die auf diesem Kontinent lauern. Allen voran MALARIA. Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch einzellige Parasiten (sogenannte Plasmodien) ausgelöst wird. Übertragen werden diese durch die Anopheles-Mücke und zwar ausschließlich durch die weiblichen Exemplare.

Je mehr wir darüber lesen, desto gruseliger wird es.

Es gibt drei verschiedene Malaria-Arten:

A. Malaria tropica (Plasmodium falciparum)
B. Malaria tertiana (Plasmodium vivax und ovale)
C. Malaria quartana (Plasmodium malariae)

Am gefürchtetsten ist die erste Variante, also Malaria tropica, da diese die schwersten Krankheitsverläufe nach sich zieht. Die Tropenärztin rät uns zu einer Langzeitprophlaxe mit dem relativ günstigen aber stark umstrittenen Medikament Lariam, das zu irreversiblen Psychosen führen kann. Nach reiflicher Überlegung kommen wir zu dem Schluss, dass wir dieses nicht nehmen werden. Die Nebenwirkungen erscheinen uns zu unkalkulierbar. Auch unsere Fragen an diverse Reiseforen lassen uns teilweise ratlos zurück. Die Meinungen gehen hier stark auseinander und in einigen sind Threads dieser Art gar nicht erst zugelassen, weil nach Aussagen der Forumsbetreiber „Diskussionen dieser Art regelmäßig zu einem “Hauen und Stechen” führen. Oh weh, das scheint ja ein heikles Thema zu sein.

Moskitonetze sind der beste Schutz vor Malaria

Auf eines können sich aber alle einigen: Der beste Schutz vor Malaria ist, nicht gestochen zu werden. Neben langer lockerer und heller Kleidung wird uns mit Nachdruck von allen Seiten ein Moskitonetz empfohlen.

Aber auch hier kann viel falsch gemacht werden. Für die Tropen sollte ein Netz ausgewählt werden, dass nicht zu engmaschig ist. Das würde zwar sämtliche Insekten perfekt abhalten, aber wie in einem Zelt würde sich auch die Hitze darunter stauen, weil die Luft nicht zirkulieren kann. Das Tropeninstitut empfiehlt für Afrika und andere Risikogebiete eine Mindestmaschenweite (man spricht hier von Meshzahl) von 156. Eine Vorab-Imprägnierung wird empfohlen. Wir wollen aber ein Netz ohne Giftstoffe. Außerdem möchten wir lieber auf Nummer sicher gehen und suchen nach einem mit 210–230 mesh per square inch.

Worauf Sie beim Kauf eines Moskitonetz achten sollten:

  • eine Kastenform bietet sich insbesondere für Doppelbetten an
  • das Moskitonetz sollte rundum geschlossen sein
  • Richtige Meshzahl, passend zum Reisegebiet

Für unser 140 cm breites Bett ist es aber gar nicht so einfach, die richtige Breite zu finden. Die meisten Kastennetze sind riesig. Endlich werden wir jedoch fündig. Die Firma Brettschneider,  von der wir vor ein paar Jahren schon einmal ein Moskitonetz (mit Meshzahl 1000 für nördliche Gebiete) erworben hatten, hat eines in ihrem Sortiment. Es heißt Holiday Box II. Zu bestellen ist es über moskitonetz.com

MOSKITONETZ: HOLIDAY BOX II

Masse: 1,6 x 2,0 x 1,5 PAckmass: 29 x 11 x 8 Gewicht (g): 480 Platz für Personen: 2

Laut den Infos auf der Website hält dieses Stechmücken wie Anopheles, Culex und Aedes (Tigermücke) zuverlässig ab. Wir sind gespannt!

Holiday Box

Eine Markise für Frau Scherer

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Sonnensegel für Frau Scherer

Für unsere anstehende Reise nach Westafrika soll unser Wohnmobil namens Frau Scherer eine Markise oder ein Sonnensegel bekommen. Über so einen Schattenplatz, so sind wir uns sicher, werden wir uns noch freuen. Bei den gerade herrschenden Sahara-Temperaturen bekommen wir schon mal einen kleinen Vorgeschmack, auf das, was uns ab September erwarten wird.

Wie immer, kann aus jedem Thema eine Wissenschaft gemacht werden. Eine passende Markise zu finden, ist also gar nicht so einfach. Die Klassiker sind Kassetten- oder Sackmarkisen. Diese gefallen uns aber nicht. Wir finden, der wulstartige Anbau auf halber Kofferhöhe würde die Optik unseres schönen Oldtimers stören. Da muss wohl eine DIY-Lösung her. Billiger ist diese allemal. Eine einfache Sackmarkise kostet bereits (im günstigsten Fall) ab 350 Euro. Nach oben gibt es (fast) keine Grenzen. Die Kassettenlösung kostet dann sogar schon mal 1000 Euro oder mehr. Ein berechtigter Einwand, denn wir auf der Adventure Southside zu hören bekommen haben ist, dass bei viel Technik (also zum Beispiel automatischer Einzugsmechanismus) auch viel kaputtgehen kann. “Je einfacher, desto besser!”, sagt Narzissa von pickupback. “Teleskopstangen kaufen und ein Tarp. Am Dachständer befestigen und fertig!”, meint ihr Bruder Goran locker.

planeundgut Markisen und SonnensegelCA

Ein Bekannter rät uns zu LKW-Plane in Stärke 600g/qm in knalligen Farben. “Dann fährt die Sonne immer mit!”, strahlt er übers ganze Gesicht. Recht hat er, spontan tendiere ich zu einem Sonnensegel in freundlichem Gelb. Zusammen mit der hellblauen Frau Scherer würde diese Kombination doch superfreundlich und “very instagramable” aussehen. Aber Heppo bringt den berechtigten Einwand, dass diese Farbe Insekten anlocken könnte. Und tatsächlich, Gelb ist die Blütenfarbe schlechthin: 27,9 % aller Blumen blühen gelb. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass alle Insekten Afrikas sich voller Freude auf uns stürzen werden. Meine Favoritin scheidet also gleich leider aus. Rot würde uns auch gefallen und nur 3,8 % der Blumen schmücken sich damit. Noch besser sieht die Statistik bei Orange aus, da sind es nur 0,4%. Wir entscheiden uns also für diese Farbe.

Der Markisen- und Sonnensegelhersteller planeundgut.de macht uns ein gutes Angebot. Chef Alfons Borker nimmt sich zudem Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch. Er rät uns, auf ein Sonnensegel aus PVC umzuschwenken. Das sei ein guter Sonnenschutz, regen- und winddicht sei es und außerdem sehr leicht. Mit Nachdruck empfiehlt er uns eine neutrale Farbe, wie Beige auszuwählen. Ein helles Rot könne bei grellem Sonnenschein zu verminderten Hirnaktivitäten führen. Flapsig fügt er hinzu: “Man wird ganz ramdösig im Kopf.” Seine Expertise und die freundliche Beratung überzeugen uns sofort. Nun wird unser Sonnensegel also eine maßgefertigte PVC-Plane in beige von planeundgut.de. Die Teleskopstangen kaufen wir über einen Shop für Camping Outdoor und Reisebedarf. Hier überzeugen uns die extrem stabile Ausführung in verzinktem Edelstahl, die Länge von 165-200 cm und dass die Stangen in drei Teile zerlegbar sind. Unsere Sonnensegel ist also so gut wie fertig und das zu einem Bruchteil des gängigen Preises für eine handelsübliche Markise.

Afrika, wir kommen!

Kosten für unsere DIY-Markise:

Massanfertigung bei planeundgut.de
PVC-Plane aus beidseitig beschichtetem Polyestergewebe (255 x 300 cm, 360 g/qm):
120,00 €
Versand 7,80 €
2 Teleskopstangen aus Edelstahl 165 – 250 cm          31,90 €
2 recycelte Heizungsrohe Durchmesser 3 cm                                      
Kleinkram-Pauschale (Abspannschnüre, Haken, etc.) 10,00 €

Gesamtkosten:

169,70 €