Archiv der Kategorie: Mauretanien

Mauretanien

Weihnachten steht vor der Tür

Buch Roadtrip mit Frau Scherer und Postkarten an einen lieben Menschen verschenken. Das Buch wird natürlich auf Wunsch entsprechend signiert! Schreibt mir einfach eine Mail an poly.morph@gmx.net

Signiertes Buch & 5 Reisepostkarten: 20,00 € (Versand übernehme ich)
Oder nur das Buch: 16,99 € (Versand übernehme ich)

Roadtrip Frau Scherer Weihnachtsgeschenk

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Reisepostkarten von Berit Hüttinger

Oder die Reisepostkarten einzeln: Stück 2,00 € (Versand übernehme ich)

Winterlandschaft in Armenien

Stimmungsbild Griechenland

Nuakschott Vorstadt, Mauretanien

In der Wüste, Mauretanien

Das russische Schaufenster

Radioreise Westafrika #4 – Frauen der Wüste

Selbst in trüben Zeiten gibt es Dinge, auf die frau sich freuen kann.

Diesen Mittwoch 11.11.2020 um 21 Uhr kommt bereits die vierte Ausgabe meiner Radioreise Westafrika, dieses Mal mit einem Special: Frauen der Wüste. Natürlich wieder bei Ghost Town Radio aus Regensburg.

https://ghosttownradio.out.airtime.pro/ghosttownradio_b

Starke Frau mit starker Stimme!

Pünktlich zum Herbst wird es melancholisch! Die Frauen der Wüste erobern die Bühnen der Welt mit Liedern, die ans Herz gehen. Dabei sind sie selbstbewusst, benennen Missstände und singen an gegen sexualisierte Gewalt. Auch dringen sie immer mehr in männliche Domänen vor, spielen zum Beispiel die Kora, ein Instrument, das jahrhundertelang für Frauen Tabu war, oder sie etablieren sich als Gnawa-Künstlerinnen.

Von Marokko, über Mauretanien bis nach Nigeria, Mali und den Senegal erstreckt sich die Sahara.
Die Frauen dieser sehr verschiedenen Länder eint jedoch eines: Im rauen Klima der Wüste haben sie gelernt zu kämpfen! Diese Frauen der Wüste machen auch den Hörer*innen von Ghost Town Radio Mut: Seid laut und lasst euch nichts gefallen!

Postkarte kaufen, Ostentorkino unterstützen

Foto: Ostentorkino, Regensburg

Mit dem Kauf dieser und anderer Postkarten im Onlineshop des Ostentorkinos, Regensburg könnt Ihr gleich doppelt Gutes tun:

1. das Ostentorkino in diesen schweren Zeiten unterstützen

2. und ebenso verschiedene Regensburger Künstler, Grafik-Designer und Fotografen.

Der Gewinn geht nämlich an die Urheber der Motive, allerdings zweckgebunden, nämlich in Form von Kinogutscheinen und Getränkebons.

Mein Motiv wurde in Mauretanien aufgenommen. Darauf zu sehen ist ein Rundhauber. Auf der Ladefläche stehen junge Männer, die die LKW-Transporte als günstige Mitfahrgelegenheiten nutzen – eine typische Form der Fortbewegung in Afrika. Bei den schlechten Straßen, der riskanten Fahrweise der Chauffeure und den widrigen Wetterbedingungen (z.B. Staub und Sand in der Sahara) ist das überhaupt nicht lustig.

Trotzdem: Irgendwie geht’s immer weiter…

Vielleicht hilft Euch diese einfache Wahrheit in Zeiten von Corona, Social Distancing und Zukunftsängsten dabei “positiv” zu bleiben?

Der Botschafter

Mehr lesen: https://www.liberation.fr/terre/2006/05/12/nouakchott-cite-hantee-par-les-eaux_38963

Verwüstung stoppen!

Monsieur Tidiane Diagana ist ein Tausendsassa. Zusammen mit einer deutschen Delegation eines Geflügelzüchterverbandes sitze ich in seinem gemütlich und altmodisch eingerichteten Büro in Nuakschott, in dem ein kreatives Chaos aus Skizzen und Zeichnungen die Herrschaft über Schreibtisch und Sitzgelegenheiten übernommen hat. „Ich bin Hannoveraner!“, sagt Diagana. Sein Deutsch klingt nur wenig eingerostet.

„Ah!“ und „Oh!“ machen wir im Chor, wenn dieser zugleich rüstig und tattrig wirkende Herr, ich schätze ihn über 80 Jahre alt, wieder ein weiteres Schwarz-weiß Foto aus seinem offenbar recht erfolgreichen Leben herumgehen lässt. Da ist einmal der junge Tidiane beim Hürdenlauf. Etwas später sehen wir ihn als einzigen schwarzen Spieler bei einem hannoveranischen Fußballverein. In der Blüte seiner Jahre zeigen ihn die Bilder dann als erfolgreichen Architekten, viele zusammen mit dem ehemaligen  Präsidenten von Mauretanien. Zahlreiche Konzepte entwickelte er für die Regierung, um die Wüste von der Hauptstadt fernzuhalten. Er dachte daran, Bäume zu pflanzen, die eine natürliche Barriere gegen den Sand bilden sollten.  Nuakschott liegt z.B. deutlich unter dem Meeresspiegel, immer wieder wurden ganze Stadtteile vom Ozean verschluckt. Auch hier hatte er kluge Gedanken: Er empfahl,  natürliche Barrieren zu schaffen und nicht zu nah ans Meer zu bauen. Aber viele seiner Ideen verschwanden wieder in der Schublade. Sie wurden nie in die Tat umgesetzt, denn die Stadt wuchs viel zu schnell. Ursprünglich war sie konzipiert für ein paar tausend Menschen, heute ist Nuakschott Millionenstadt. Trotz diverser Rückschläge scheint Monsieur sehr stolz auf sein Lebenswerk zu sein. Er genießt es außerdem, ein Publikum zu haben.

Nuakschott liegt unter dem Meeresspiegel (Foto: Heppo)

Ich bin verwirrt… Am Vormittag hatte ich Monsieur noch als Konsul der Elfenbeinküste kennengelernt. Dass er ein kultivierter Gentleman war, fiel mir natürlich auf und auch seine wunderschönen Zeichnungen, mit denen die Wände seines Büros dekoriert waren. Sie ließen bereits vermuten, dass dieser Botschafter ein vielfach talentierter Mann ist. Dass er aber offenbar auch noch Sportler und Student in Deutschland war, später ein wichtiger Architekt für die erst 1959 gegründete Hauptstadt Mauretaniens war und nun auch Kontakte zu deutschen Geflügelzüchtern unterhält, muss ich mir erst einmal zusammenreimen. Als ich am Nachmittag unser Visum abholen möchte, werde ich zu diesem bereits laufenden Meeting hinzugebeten. Die mehrheitlich aus Hamburg stammenden Rentner wollen sich in ihrem neuen Lebensabschnitt noch für Afrika engagieren und suchen nun nach einer Geflügelrasse, die mit den schwierigen ariden Bedingungen auskommt. (Fazit: Es gibt keine!) Nun sind sie,  ähnlich  wie ich, ziemlich überrascht, als ich ganz vorsichtig – in einer längeren Gesprächspause, während der Herr in seinem Fotoordner kramt – mein Anliegen erneut vorbringe.

„Was? Monsieur ist auch noch der Konsul der Elfenbeinküste? Ja, so was! Welche Ehre!“
„Ach ja, das Visum!“, meint der Botschafter, so als ob es ihm gerade erst wieder einfallen würde, und nachlässig blättert er in unseren Reisepässen. Wie er die Aufmerksamkeit genießt und die Verblüffung der Geflügelzüchter!

„Ein bisschen wie Angela Merkel!“, meint er mit Blick auf mein Passfoto von 2013, das mich mit einem runden Topfdeckelhaarschnitt zeigt, tatsächlich nicht unähnlich dem der Nochkanzlerin.  „Sie und ihr Mann sehen sich außerdem ähnlich!“, lacht er und zeigt nun unsere  Papiere herum. Die Scherze auf unsere Kosten finde ich gemein und außerdem komplett aus der Luft gegriffen. Die Besucher denken wohl wie ich; es ist ihnen offensichtlich peinlich, und  sie hüsteln verlegen.

Ganz Zauberkünstler zieht der Botschafter nun eine Münze hervor und legt sie auf seinem Handrücken ab. „Soll ich sie werfen?“, fragt er. „Visum? Ja oder nein?“ Er grinst schelmisch. Doch mit der anderen Hand kramt er bereits nach dem Stempel. Eine Hamburgerin möchte fotografieren. „Lass das!“, zischt ihr Mann, „Das ist eine Amtshandlung!“ Schnell zieht sie ihre Hand aus ihrer Handtasche zurück und blickt schuldbewusst.

Alle Augen ruhen nun auf unseren aufgeschlagenen Pässen. Aufreizend langsam drückt Monsieur Diagana den Stempel ins Kissen, lässt diesen sekundenlang über dem Büchlein schweben, um endlich den ersehnten Eintrag in unsere Reisedokumente zu machen.

Ich freue mich über das erteilte Visum, fast aber noch mehr über dieses Erlebnis. Denn ich weiß schon jetzt, dass diese Episode eine feine, kleine Geschichte für meinen Reiseblog abgeben wird.

Schön ist es,  am Strand in Nuakschott zu sein (Foto: Heppo)